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Gedanken zur Rasse


Der Rhodesian Ridgeback ist eine unabhängige, selbständige Hunderasse mit südafrikanischer Herkunft und ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: Ein kraftvoller Hund mit mannigfaltigen Stärken. Der Name der Rasse leitet sich von dem auffälligen Haarwuchs her: Auf dem Rückgrat wächst in einer lang gestreckten Furche („Ridge“) das Fell des Hundes gegen den Strich, man könnte es auch eine eigenwillige Frisur nennen, die im Reich der Hunde nicht allzu verbreitet ist. Der Ridge beginnt unter einem harmonischen Bogen (“Arch“)mit zwei Haarwirbeln („Crowns“) in Schulterhöhe und endet auf der Hüfte.

Der Ridgeback ist ein kräftiger, muskulöser Hund von 61-69cm Größe und einem Gewicht von 32-39,5 kg. Er ist hell- oder rotweizenfarbig (kurzhaarig), auch ein schwarzer Fang („Maske“) und schwarze Behänge, sowie weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind erlaubt. Nur größere weiße Flecken sind unerwünscht. Bei schwarzer Nase sind die Augen dunkelbraun, bei brauner oder leberfarbiger Nase („Levernose“) sieht man oft bernsteinfarbige Augen. Der Ridge beginnt in Schulterhöhe und endet auf der Hüfte. Im Verlauf zur Hüfte soll der Ridge schmaler werden. Dass die Ridgebacks heute zumindest nicht mehr allzu große Streuungen im Aussehen aufweisen, ist die Folge einer sehr strengen Zuchtauswahl. So hat ein Ridgeback mit zu kurzem Ridge oder mit mehr als zwei Crowns auf einer Hundeausstellung keine Chance auf eine gute Platzierung. Hundehalter, die mehr Wert auf das Wesen ihres Hundes legen als darauf, dass der Hund im Aussehen perfekt dem Rassestandard entspricht – und solche soll es tatsächlich geben – werden aber sicher damit leben können. Eigentlich kann man über die perfektionistischen Anforderungen des Rassestandards bzgl. Der exakten Stellung der Haare nur noch endlos staunen. Den früheren Großwildjägern war eher an einem guten Jagdhund, als an einem Schönheitschampion gelegen. Die ursprünglichen Löwenhunde sahen sicherlich noch nicht alle so aus, wie der heutige Ridgeback gemäß dem Rassestandard. Schon allein die die Länge und Form des Ridge und erst recht die Anzahl und Position der Crowns kann sehr unterschiedlich sein – sogar schon unter Welpen aus ein und demselben Wurf. Wenn man bedenkt, wie weit die Hunderasse des Ridgeback inzwischen über die Erde verbreitet ist, wird verständlich dass bei einem derartig großen Genpool gewisse Schwankungen wahrscheinlich nie auszumerzen sein werden. Aber mal ehrlich: Ist das so schlimm?

Der Ridgeback wird oft auch „Löwenhund“ genannt, da er in seiner Eigenschaft als Spezialist für die Großwildjagd vor allem für die Jagd auf Löwen genutzt wurde. Die genaue Entstehung der Rasse konnte durch Kynologen nicht vollständig geklärt werden, man geht aber davon aus, dass einheimische Schensi-Hunde (darunter versteht man die ursprünglichen Hunderassen, wie sie zu Beginn der Domestikation entstanden, sozusagen Hunde, die erst im Begriff sind Haustiere zu werden) leichteren Schlages mit mehreren europäischen Rassen gekreuzt wurden, die im 16. und 17. Jahrhundert auch mit holländischen, deutschen und hugenottischen Emigranten nach Südafrika kamen. Bei der Einkreuzung unterschiedlicher Rassen war u.a. wohl auch der englische Bloodhound beteiligt, der von den Buren mitgebracht worden war. Einen deutlich sichtbaren Rückenkamm soll schon ein Hund besessen haben, mit dem Angehörige des Stammes der Khoi-Khoin (Hottentotten) auf die Jagd gingen. In der Literatur werden unterschiedliche Angaben darüber gemacht, ob man bei diesen Hunden schon von Haustieren sprechen kann oder ob man nicht eher annehmen sollte, dass sie nur halbdomestiziert waren. Diese Hunde wurden mit den Hunden der frühen Pioniere vermischt. Zunächst war der Schlag des von den weißen Siedlern genutzten Jagdhundes nicht einheitlich, sondern wies noch starke Veränderungen auf.
Viele dieser Hunde besaßen aber einen Ridge, was quasi als Nachweis dafür anzusehen ist, dass tatsächlich Schensi-Hunde zum Entstehen dieser Rasse beigetragen haben.
Der Ridgeback wurde nach dem Land Rhodesien (heute Simbabwe) benannt, wo er seit 1876 anzutreffen ist und bei den Siedlern sehr beliebt wurde. Die Standardisierung erfolgte 1922 durch den South African Kennel Club, der amerikanische Kennel Club erkannte den Ridgeback erst 1955 an. Dadurch, dass der Ridgeback erst in den frühen 20er Jahren definiert wurde, sollte man sich nicht zu der Annahme verleiten lassen, der Ridgeback sei eine relativ junge Rasse. Vielmehr weist der Ridgeback auch heute noch Eigenschaften auf, deren Entwicklung vor mehreren Jahrhunderten begann.

Besonders das Wesen und der Charakter des Ridgeback sind begeisterungswürdig; er ist ein selbstbewusster Hund mit gutem sozialen Verhalten und ohne Anzeichen von Aggressivität. Natürlich bedarf es bei einem so kräftigen, wendigen und aufmerksamen Hund einer guten Erziehung (gemeint ist gute, nicht harte Erziehung), denn es sollte nicht der Hund zum Herr im Hause werden und vielleicht ist der Ridgeback auch nicht der ideale Vierbeiner für Anfänger. Aber der Ridgeback bringt durchaus die Bereitschaft mit, sich ohne Zwang seinem Herrchen (oder Frauchen!) unterzuordnen. Zwischen dem Hundeführer und seinem Ridgeback ist Teamwork angesagt. Schließlich soll der Hund freudig gehorchen und nicht aus Furcht; auch die gemeinsame Arbeit soll Spaß machen! Die innerartliche Verträglichkeit ist sicher eine Eigenschaft, die so mancher Hundehalter zu schätzen weiß. Kindern gegenüber sind Ridgebacks ebenfalls gutmütig veranlagt.

Um den Ridgeback und seine Wesensmerkmale zu verstehen, sollte man nachvollziehen wofür er gezüchtet wurde. Für den Einsatz bei der Löwenjagd brauchte man einen unerschrockenen Hund, der sich nicht schnell einschüchtern ließ, der aber andererseits mit gutem Reaktionsvermögen und einer enormen Wendigkeit ausgestattet ist, um den Prankenhieben der Löwen ausweichen zu können. Der Hund musste auch unter harten Bedingungen das Wild aufspüren, hetzen und stellen. Zur Löwenjagd wurden meist mehrere Hunde als Meute eingesetzt, demzufolge mussten die Tiere innerhalb der eigenen Art verträglich sein.
Bei der Jagd auf die Großkatze ließ sich der Hund nicht auf einen Kampf mit dem Löwen ein, dem er körperlich auch gar nicht gewachsen gewesen wäre. Ein Hund, der sich in blinder Aggression auf die Raubkatze stürzte, würde das mit dem Leben bezahlen.
Die Ridgebacks führten Scheinangriffe auf den Löwen durch und hielten dadurch seine Aufmerksamkeit gefesselt bis sich für den Jäger die Möglichkeit bot, den Schuss anzubringen. Man sagt auch, der Hund „stellte“ den Löwen, d.h. er hielt ihn am Ort bis der Jäger nahe genug herankam, um den Löwen zu strecken.

Die Zeit der Löwenjagd ist für den Ridgeback heute vorbei. Er wird im Wach- und Polizeidienst eingesetzt, arbeitet als Blinden- oder Rettungshund und eignet sich auch für eine Schutzhundausbildung. Auch als reiner Haushund möchte der Ridgeback beschäftigt werden, dies kann z.B. mit langen Spaziergängen oder Agility geschehen. Da es sich beim Ridgeback um einen sehr bewegungsfreudigen Arbeitshund handelt, der auch gefordert und bewegt werden möchte, ist bequemen Menschen von der Anschaffung eines solchen Tieres abzuraten. Er liebt das Spiel, die Aktivität und die Jagd und ist insgesamt gesehen ein Multitalent.

Wer sich für die Anschaffung eines Ridgebacks interessiert sollte sich darüber klar sein, dass er keinen gemütlichen Wohnungshund erwirbt, sondern einen Kameraden, der ihn ziemlich fordern wird und er sollte auf eine verständnisvolle, konsequente Erziehung des Tieres vorbereitet sein.
Ein Hund wie der Ridgeback wird nicht von selbst erwachsen, man muss sich eingehend mit ihm befassen.

Der Rhodesian Ridgeback ist ein selbstbewusster, intelligenter Hund mit hoher Reizschwelle. Er braucht eine konsequente Erziehung, ist jedoch in keiner Weise ein aggressiv veranlagter Raufbold, sondern besitzt ein gutes Maß an Selbstbeherrschung. Der Ridgeback ist ein klassischer Jagdhund, der auch gute „Schweißarbeit“ auf der Wundfährte zu leisten vermag. Warum er in manchen Ländern als so genannter „Kampfhund“ eingeordnet wird, ist schwer nachzuvollziehen. Der Maulkorbzwang in einigen deutschen Bundesländern und in Irland lässt die Vermutung zu, dass die Seele und das Wesen des Hundes nicht verstanden wurden oder vielleicht die Bezeichnung „Löwenhund“ ein Missverständnis ausgelöst hat. Wenn es Personen gibt, die einen Hund darauf abrichten zu packen und zu verletzen, liegt die Ursache des Problems beim Menschen und nicht etwa im rassetypischem Verhalten des Ridgeback, denn man kann nicht behaupten, dass der Ridgeback generell zu einer überdurchschnittlich aggressiven Hunderasse zählt.

Auf jeden Betrachter jedoch wird der Ridgeback aufgrund seines ausgeglichenen Wesens, seiner sehr guten Auffassungsgabe, auch was das Einschätzen von Situationen angeht, und nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Powerpaket, sehr faszinierend wirken.